Kleine Kinder, kleine Zähne, großes Risiko!

Die Vorsorge beginnt schon im Mutterleib. Die Schwangerschaft ist für werdende Mütter eine Zeit der Umstellung, die jede Menge Fragen, Hoffnungen und vor allem körperliche Veränderungen mit sich bringt. Mit der richtigen Vorsorge (Prophylaxe) zu Hause und gemeinsam mit dem Zahnarzt, kann die werdende Mutter Risiken vorbeugen und gleichzeitig den Grundstein für die gesunden Zähne ihres Kindes legen. Die Basis für eine gesunde Zahnentwicklung wird bereits im Mutterleib geschaffen. Während der 8-10 Schwangerschaftswoche, noch vor der Geburt des Kindes, beginnt die Einlagerung von Mineralstoffen in die Zahnkeime.
schwangere_und_kindFrüher sagte man ,„jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn“.Das stimmt heute so nicht mehr! Trotzdem sind Zähne und Zahnfleisch der Mutter durch die Hormonumstellung während der Schwangerschaft besonderen Risiken ausgesetzt. Zusätzlich kann mangelnde Mundhygiene zu schweren Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis, verursacht durch Bakterien)und bis hin zum Zahnverlust führen. Eine entsprechende Beratung bei Ihrem Zahnarzt und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen mindern das Risiko und verbessern den Zustand der gesamten Mundhöhle deutlich. Wird eine Schwangerschaft geplant, so sollte die Mutter vorher eine eingehende Untersuchung beim Zahnarzt vereinbaren und im Bedarfsfall erkrankte und kariöse Zähne ihres Gebisses sanieren lassen.


Karies ist ansteckend, aber kein Schicksal

Die Karies ist nicht vererbbar, wie vielfach geglaubt wird, sondern eine Erkrankung, die durch Bakterien entsteht (Infektion). Diese Bakterien finden sich in unserer Mundhöhle (Standortflora) und ernähren sich von Zuckern. Dabei produzieren sie aggressive Säuren, die die Zahnhartsubstanz angreifen und erweichen. Jedes Kind kommt zunächst ohne diese Kariesbakterien auf die Welt. Meist sind es die Mütter oder andere nahe Bezugspersonen, die ihre eigenen Bakterien durch Körperkontakt auf das Kind und so in die Mundhöhle übertragen.

Je länger man bei seinem Kind also eine Ansteckung mit den Kariesbakterien hinauszögern, desto größer ist die Chance, dass spätere Kariesrisiko gering zu halten. Darüber hinaus sollte mit der Kariesprävention bereits mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne begonnen werden.

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Gehen Sie mit Ihrem Kind deshalb spätestens zwischen dem 15. und 18. Lebensmonat das erste Mal zum Zahnarzt. So können Pflegemängel und ggf. Frühstadien einer Milchzahnkaries frühzeitig erkannt und „spielerisch“, also kindgerecht, behandelt werden.


„Aber die Milchzähne fallen doch sowieso aus ….“

Auch diese Meinung ist leider weit verbreitet. Sie ist falsch! Die ersten Zähne spielen eine entscheidende Rolle in der gesamten Gebissentwicklung.

Die letzten Milchzähne fallen immerhin erst im 11. Lebensjahr aus. Während dieser langen Zeit-spanne sind sie als Platzhalter für die bleibenden Zähne besonders wichtig. Müssen Milchzähne frühzeitig entfernt werden, sind später häufig Fehlstellungen der bleibenden Zähne die Folge und eine kiefer-orthopädische Behandlung kann notwendig werden. Die Milchzähne dienen desweiteren als Entwicklungshelfer beim Essenlernen, sorgen für altersgemäße Ernährung und Zerkleinerung der Speisen, für die richtige Laut- und Sprachbildung und geben Stabilität im Kauapparat.


Gesund durch ausgewogene Ernährung

Kinder benötigen eine mineralstoff – und vitaminreiche Ernährung für die gesunde Entwicklung von Körper und Zähnen. Die meisten Kinder naschen sehr gerne. Ganz darauf verzichten müssen sie nicht, aber feste Spielregeln helfen Eltern, den Süßigkeitenkonsum ihrer Kleinen einzuschränken.

Gehen Sie mit „Zuckern“ bewusst um:                                                        lachender_junge_u_obst

 

  • möglichst auf zuckerfreie Süßigkeiten ausweichen („mit Zahnmännchen“)
  • Süßigkeiten sollten nie über den ganzen Tag verteilt gegessen werden
  • am besten werden sie nur im Anschluss an eine Mahlzeit verzehrt
  • „zwischendurch“ nur nicht gezuckerte oder verdünnte Getränke reichen
  • achten Sie auf versteckte Zucker, z.B. in Ketchup !

 

Fluoride- eine starke Abwehr!

Damit die Zähne gesund bleiben können, müssen Fluoride ständig an der Zahnoberfläche verfügbar sein. Deshalb sollte es ein Leben lang in kleinen Mengen zugeführt werden. Ab wann, in welcher Form und in welcher Menge soll ich meinem Kind Fluoride geben? Diese Frage sollte immer individuell und durch den Zahnarzt beantwortet werden. Dabei werden diverse Fluoridquellen (Fluoridanamnese) berücksichtigt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt an.