Endodontie – Zahnerhaltung in Perfektion

Endodontie, was ist das? Die Endodontie ist ein Spezialbereich der Zahnerhaltung. Sie erfordert enormes Fachwissen, eine spezielle technischen Ausstattung, besondere Instrumente und Materialien, viel Zeit und im wahrsten Sinne des Wortes sehr viel „Fingerspitzengefühl“. Die moderne Endodontie kann heute Zähne erhalten, die vor noch nicht allzu langer Zeit entfernt werden mussten.

 

fotosearch_3d712001_endo_ÜbersichtUrsache einer Entzündung der Zahnwurzel ist in den meisten Fällen eine tiefe Karies. Hier dringen Bakterien in das Zahninnere eines vitalen Zahnesein und infizieren zunächst das Zahnmark (Pulpa/“Nerv“), bevor sie weiter in die Tiefe vordringen und den Wurzelbereich in Mitleidenschaft ziehen. Jede Wurzel hat mindestens einen Kanal, der mit Gewebe, Zahnnerv und feinsten Blutgefäßen gefüllt ist. Diese Kanälchen verbinden das Zahninnere mit dem Kieferknochen und damit mit dem Blut- und Gefäßsystem des ganzen Körpers.

 

Haben die Bakterien eine Entzündung ausgelöst, so kann dies z.T. heftigste Schmerzen verursachen– häufig wird dieser Zahn aufbißempfindlich. Erfolgt keine Behandlung, so kann sich die Entzündung über den Zahn hinaus weiter bis in den Kieferknochen und bis ins umgebende Weichgewebe ausdehnen.

 

Es entsteht ein Abszeß („dicke Backe“),also ein mit Entzündungsflüssigkeit oder Eiter gefüllter Raum.Bei einem devitalen Zahnnerv kann die Erkrankung auch lange unbemerkt bleiben (z.T. über Jahre). So lange nämlich, wie die Abwehrkräfte des Körpers (Immunsystem) die Wirkung der Bakterien eindämmen können. Dieser chronische und fsat schmerzfreie Entzündungsherd, belastet die Immunabwehr jedoch erheblich und kann jederzeit in einen akuten Schmerzzustand wechseln.

 

Auch heute kann es notwendig sein, einen solch stark beherdeten Zahn zu entfernen, jedoch steht in den meisten Fällen dem endgültigen Zahnverlust eine bewährte zahnerhaltende Therapie gegenüber, die (endodontische) Wurzelkanalbehandlung. Sie wird unter Lokalanästhesie durchgeführt.

 

spritze_28643_2008_aug_14Diese Therapie ist aufwändig, manchmal sogar ausgesprochen kompliziert und nimmt häufig viel Zeit in Anspruch. Denn abgesehen davon, dass ein Zahn mehrere Wurzelkanäle (1 bis 6) haben kann, verlaufen diese oft abgewinkelt oder gekrümmt und weisen mikroskopisch winzige Nebenkanälchen auf. Sämtliche Wurzelkanäle eines Zahnes müssen von infizierten Geweberesten, Bakterien und Giftstoffen befreit werden. Dafür sind feinste, bruchsichere und hoch wirksame Instrumente, sowie multiple desinfizierende Spülungen und anschließende Trocknungen der Kanäle nötig.

 

Operation beim Zahnarzt. Patient erhaelt ein Implantat.

Um das Infektionsrisiko zu minimieren kann es notwendig sein, ein isolierendes Gummituch (Kofferdam) über den Zahn zu legen. In besonders schwierigen Fällen kann nur eine Lupenbrille oder auch ein Mikroskop das Auffinden und die Bearbeitung der grazilen Kanälchen überhaupt ermöglichen.

 

Ist der Zahn durch die Behandlung beschwerdefrei geworden, erhält er eine Wurzelkanalfüllung(bakteriendichter Verschluß des Wurzelkanals) und kann dann durch geeignete zahnärztliche Maßnahmen (Wurzelstift mit Füllung oder Überkronung) meist dauerhaft erhalten werden.

 

Jedes Jahr, in dem ein wurzelbehandelter Zahn das Lachen des Patienten mit einer lückenlosen Zahnreihe ermöglicht, ist ein Gewinn für die Lebensqualität.

Denn, es geht nichts über die eigenen Zähne…!

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